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Ordnung der Liebe

Die natürliche Weiterentwicklung der Paarbeziehung ist die Familie. Das Paar existiert in der Familie als das Subsystem aber weiter fort. Beim Übergang der Paarbeziehung in die Familie entstehen zwei weitere Subsysteme, nämlich das elterliche System und das System der Kinder. Die Erfüllung des Kinderwunsches bringt also eine erhebliche Veränderung mit sich.

Nach der Geburt des ersten Kindes existieren statt zwei Beziehungen sechs Beziehungen. Ging es in der Paarbeziehung nur um die Beziehung zwei Erwachsener zueinander, so stehen nun zusätzlich die Aufgaben, die mit dem Heranwachsen der Kinder verbunden sind, im Mittelpunkt des Systems.

Viele Konflikte und Probleme entstehen, weil die verschiedenen Grenzen der Systeme nicht eingehalten werden und Koalitionen über die Systemgrenzen hinweg bestehen.

Gute Lösungen und ein zufriedenes Miteinander kann es nur geben, wenn die Ordnung der Liebe eingehalten und beachtet wird.

Die Ordnung der Liebe spiegelt eine reiche alte Lebensweisheit der Menschen wieder.

An erster Stelle dieser Ordnung muss die Paarbeziehung stehen. Sie hat Vorrang vor allen anderen Beziehungen. Aus dieser Beziehung nährt und stärkt sich das System.

Der zweite Platz steht den Kindern zu, die ohne die Eltern nicht existieren könnten.

Den dritten Platz nehmen die Großeltern ein.

Gelingt es nicht die Beziehungen nach dieser Ordnung zu gestalten, gibt es Probleme.

Ist die Beziehung der Ehefrau zu ihrer Mutter intensiver, weil sie sich noch nicht abgelöst hat, entstehen Probleme. Ebenso wenn sie zu ihrer Tochter eine engere Beziehung lebt und beide in einer Koalition zum Vater und Ehemann stehen, werden die Grenzen der Ordnung überschritten und es werden Konflikte nicht ausbleiben.

Ein alter Bauer, der mit seinem Leben zufrieden und ausgeglichen war, veränderte sich bei der Heirat seines Sohnes. Er wurde immer schwieriger, nörgelte an allem herum und war unzufrieden. Was war geschehen? Es hatte sich eine neue Ordnung eingestellt. Der junge Bauer kümmerte sich intensiv um seine Ehefrau und den neugeborenen Sohn. Lange Jahre war der Vater für den Jungbauer an erster Stelle in der Beziehung gestanden, was sich jetzt durch die Heirat geändert hatte.

Nun war die Ehefrau für den Jungbauer an die erste Stelle getreten und nach der Geburt des Sohnes folgte dieser gleich danach. Er musste nun den dritten Rang nach dem Enkelkind einnehmen. Der Vater fühlte sich unbewusst zurückversetzt, was die schwierigere Situation hervorbrachte.

In einem anderen Fall gab es starke Probleme zwischen dem Sohn und der Mutter. Der 45jährige Sohn und selbst Familienvater fühlte sich massiv von der Mutter bevormundet und gesteuert, was immer wieder zu heftigen depressiven Verstimmungen und Arbeitsniederlegungen führte. Ein großes Vermögen wurde auf diese Art vertan, weil der Sohn und Betriebsleiter nicht die Kraft gefunden hatte, klare Verhältnisse zu schaffen. Es stellte sich heraus, dass der Vater des Betriebsleiters mit 6 Jahren verstorben war.

Den Mangel an Beziehung, welcher der Mutter durch den Tod des Ehemannes fehlte, versuchte der Sohn unbewusst auszugleichen und nahm den Platz des Vaters ein.

Es entstand eine enge Mutter-/Sohnbeziehung, wovon sich der Sohn nicht mehr befreien konnte. Unbewusst entstand eine " Liebesbeziehung" mit all seinen Bindungen. Der Sohn wurde als Kind schon in eine Erwachsenenposition gehoben, was natürlich mit positiven und elitären Gefühlen verbunden war. Heute kann er keine Entscheidung gegen die Mutter fällen, ohne dass Schuldgefühle aufkommen, ganz zu schweigen, dass mit dem Problem auch noch die positiven Gefühle das System stabilisieren.

Der Sohn würde bei einer Lösung des Problems auch die guten Seiten des Problems verlieren. Eine Lösung kann nur eintreten, wenn der Sohn der Mutter ihren dritten Rang zuweist und den ihm fehlenden Vater stärker in sein Bewusstsein rückt und aus dieser Kraft schöpft.

Fritz Kroder, Bamberg, Landwirtschaftliche Familienberatung