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Auflösung einer Erbengemeinschaft

Die Erbengemeinschaft kann auf verschiedene Arten aufgelöst werden. Die gemeinschaftliche gütliche Einigung spart Geld, Ärger und birgt eine weitere gute familiäre Beziehung unter den MiterbenInnen. Voraussetzung ist, dass die MiterbenInnen aufeinander zugehen und versuchen über die sachliche Ebene eine Einigung finden. Das setzt natürlich Kompromissbereitschaft voraus und alle müssen Abstriche bei den eigenen Vorstellungen machen. Dabei darf bei der Lösung keiner oder keine das Gefühl haben, dass er oder sie über den Tisch gezogen wurde. Es können nur alle Gewinnen bei einer einvernehmlichen Lösung und Aufteilung der Erbengemeinschaft.

Oft ist das aber nicht möglich aus verschiedenen Gründen und eine Höfezuweisung greift ebenfalls nicht, so muss die Erbengemeinschaft nicht auf Gedeih und Verderben zusammen bleiben. Hier besteht die Möglichkeit auf Antrag eines Miterben, dass die Erbengemeinschaft gerichtlich aufgelöst wird (nach §2040 BGB).

Dabei führt das Gericht ein Versteigerungsverfahren zur Auflösung der Erbengemeinschaft durch, mit allen damit verbundenen verfahrensrechtlichen Gegebenheiten.

Nachdem der Verkehrswert durch einen Sachverständigen festgestellt wurde, wird nach der öffentlichen Bekanntmachung der Grundbesitz und die Immobilie in einer öffentlichen Versteigerung angeboten. Der Verkaufserlös wird nach Abzug der Gerichtskosten, dann nach Erbteilsquote verteilt.

Die Zwangsauflösung birgt für alle Erben ein großes Risiko und ist mit erhebliche Kosten verbunden. Ein Mediator oder die Landwirtschaftlichen Familienberatungsstellen sind ihnen bei der gütlichen Auseinandersetzung und Einigung behilflich.

Fritz Kroder, Bamberg, Landwirtschaftlicher Familienberater