Inhalt des Testaments

In erste Linie kann der/die ErblasserIn im Testa­ment die Erben bestimmen (zum Beispiel Al­leinerbeneinsetzung, Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft, Ersatzerbeneinsetzung). Darüber hinaus können Anordnungen über die Verteilung des Vermögens getroffen werden (zum Beispiel Vermächtnisanordnung oder Teilungsanordnung) sowie zur Verwaltung des Nachlasses (Testamentsvollstreckung).

Das privatschriftliche Testament

Der Erblasser kann seinen letzten Willen durch ein eigenhändig geschriebenes und un­terschriebenes Testament erklären. Es sollte nicht übersehen werden, dass Ort und Datum mit angegeben werden. Die Unterschrift ist am Ende des Textes, am besten mit Vornamen und Familiennamen anzubringen.

Das notarielle Testament

Der letzte Wille kann auch durch mündliche Erklärung gegenüber einem Notar oder durch Übergabe einer Schrift abgegeben werden. Der Notar beurkundet dann den letzten Wil­len. Das notarielle Testament hat den Vorteil, dass der Notar aufgrund seiner Beratung die gemäß den besonderen Verhältnissen (zum Beispiel bei landwirtschaftlichem Betrieb oder beim Gewerbebetrieb) angemessenen Verfügungen in rechtlich korrekter Weise wiedergibt.

Das Ehegattentestament

Ehegatten können auch gemeinschaftlich – entweder in eigenhändiger oder notarieller Form – ein Testament errichten. Dabei wird der gemeinsame letzte Wille der Ehegatten in einer Urkunde erklärt

Änderung und Aufhebung des Testaments

  • Der/Die ErblasserIn kann sein Testament jederzeit und ohne Grund widerrufen, entweder durch ein abänderndes, neues Testament, durch ei­nen Widerruf oder durch Vernichtung.
  • Ein notarielles Testament gilt nach dem Ge­setz als widerrufen, wenn es der/die Erblasser/In aus der amtlichen Verwahrung genommen hat.
  • Besonderheiten ergeben sich bei Ehegat­tentestamenten:
  • Haben die Eheleute sogenannte wechselbe­zügliche Verfügungen im Testament getrof­fen, so kann einseitig eine derartig getroffene Verfügung dem anderen Ehegatten gegenüber nur in notariell beurkundeter Form widerrufen werden.
  • Ist einer der Ehegatten verstorben, kann der überlebende Ehegatte eine wechselbezügliche Verfügung nicht mehr ändern, es sei denn im Testament ist ein entsprechender Vorbehalt enthalten.

Nach dem Erbfall

  • Ablieferung von Testamenten
    Wer ein Testament besitzt, ist verpflichtet, es nach dem Tod einer Person unverzüglich beim Nachlassgericht abzuliefern.
  • Annahme und Ausschlagung der Erb­schaft
    Wer als Erbe eingesetzt ist, hat eine Überle­gungsfrist von sechs Wochen, ob er das Erbe antreten will oder nicht. Die Ausschlagung der Erbschaft kommt vor allem dann in Be­tracht, wenn zu befürchten ist, dass der Nachlass überschuldet ist.

Der Erbschein

Auf Antrag eines Erben oder einer Erbin wird vom Nachlass­gericht ein Erbschein erteilt, der das Erbrecht ausweist. Damit kann der Erbe den Nachlass in Besitz nehmen und darüber verfügen. Gewöhnlich begnügen sich Banken aber auch bereits mit einer beglaubigten Testamentsablichtung und dem Eröffnungsprotokoll. Wichtig: Der gesamte Text muss eigenhändig mit der Hand geschrieben werden!

Wirksamkeit des Testaments

  • Das Testament ist nur dann wirksam, wenn der/die ErblasserIn mit Testierwillen gehandelt hat, also in rechtsverbindlicher Weise ein Testament errichten wollte und nicht etwa nur einen Entwurf fertigen wollte;
  • testierfähig war, das sind grundsätzlich alle volljährigen, geschäftsfähigen Perso­nen, aber auch Minderjährige, die das 16. Lebensjahr bereits vollendet haben (diese können allerdings nur ein notarielles Tes­tament errichten).
  • die Anordnungen formgerecht und höchst­persönlich getroffen hat und keine Nichtigkeitsgründe, zum Beispiel ein Verstoß gegen die guten Sitten, vorlie­gen.

Erbauseinandersetzung

Sind mehrere Erben vorhanden, so bilden sie eine Erbengemeinschaft, bei der jeder Miterbe jederzeit die Erbauseinandersetzung betreiben kann. Das kann insbesondere im landwirt­schaftlichen Bereich zu einer Zerschlagung des Betriebs führen, soweit der Erblasser hier­für keine Regelungen getroffen hat

Der Pflichtteil

Wird eine nach dem Gesetz erbberechtigte Person (Kinder, Ehegatte, Eltern) durch Testament von der Erbfolge ausgeschlossen oder übergangen, so hat der Betroffene ein sogenanntes Pflichtteilsrecht. Er kann den testamentarischen Erben auf Zahlung einer Geldsumme in Höhe des Wertes des halben gesetzlichen Erbteils in Anspruch nehmen. Das gilt aber nur dann, wenn er ohne das Testament als Erbe berufen gewesen wäre.

Fritz Kroder, Bamberg, Landwirtshcaftlicher Familienberater